Wachteln in der Wohnung halten

Bemüht man Google mit der Suchanfrage „Wachteln in der Wohnung halten“, bekommt man immerhin über 90.000 Ergebnisse angezeigt. Tendenziell neigt man wohl eher dazu, die Frage mit einem klaren Nein zu beantworten. Wachteln gehören eben in den Garten und nicht in die Wohnung. So dürfte bei den meisten der erste Impuls lauten. Doch ist das wirklich so? Ob man Wachteln in der Wohnung halten kann oder nicht ist eine interessante Frage, der wir einmal nachgegangen sind.

Wachteln in der Wohnung halten. Ist das möglich?

Auf der Suche nach Antworten durchforsteten wir unzählige Internetforen. Immer wieder heißt es, dass eine Wachtelhaltung in der Wohnung bei artgerechter Haltung und einer Unterkunft in einer entsprechend großen Zimmervoliere durchaus möglich sei. Allerdings bezieht sich das auf Chinesische Zwergwachteln und nicht auf Legewachteln. Chinesische Legewachteln sind bedeutend kleiner als mittelschwere Legewachteln und sie riechen auch nicht so streng und sie machen auch weniger Staub.

Doch wie schaut`s mit Legewachteln aus? Wie es der Name schon sagt, wurden Legewachteln speziell auf eine hohe Legeleistung gezüchtet. Wachteleier sind eine gesunde Delikatesse und recht teuer und selten. Eine Legewachtel legt etwa alle 20 Stunden ein Ei. Bei optimalen Haltungsbedingungen, wie zum Beispiel einem beheizbaren Stall im Winter, ausreichend Licht und der Fütterung mit hochwertigem Futter, sind theoretisch bis zu 300 Eier im Jahr möglich.

Legewachteln in der Wohnung halten

Legewachteln halten bietet sich an, wenn man täglich in den Genuss leckerer Wachteleier kommen will. Die Legewachteln stellen übrigens das Eier legen ein, sobald die Temperatur unter 12° fällt. So gesehen ist es für den Halter und die Eierausbeute sogar vorteilhaft, wenn man sie im Herbst und den Winter über in der warmen Wohnung hält. Allerdings hat die Medaille – Wachteln stinken bestalisch und verursachen sehr viel Staub!

Wachteln brauchen die Gesellschaft ihrer Artgenossen und müssen deshalb im Stamm gehalten werden. Ideal ist ein Stamm von 4-5 Hennen und einem Hahn. Den Hahn brauchen die Hennen zur Befruchtung, nicht jedoch zum Eier legen. Die Hennen sind zwar sehr leise, der Hahn kräht aber mehrmals am Tag und Frühmorgens fängt er schon damit an. Zwar ist die Lautstärke einigermaßen erträglich und in etwa mit einem Wellensittich vergleichbar. Dennoch könnte ein besonders lauter und ruffreudiger Wachtelhahn auf Dauer die Nachbarn stören.

Wer Wachteln in der Wohnung halten möchte, sollte sich die Frage stellen, ob er sich das wirklich antun möchte? Da Wachtelkot sehr viel Ammoniak produziert, wird man selbst bei intensivster Pflege des Stalles und ausreichender Belüftung den unangenehmen Geruch überall wahrnehmen. Wachteln stinken, das ist eben so. Man muss sich damit abfinden oder man lässt es besser gleich. Dazu können die Tiere Parasiten haben, die auch auf den Menschen übergehen.

Nicht zu unterschätzen ist auch die enorme Staubentwicklung. Wachteln baden gerne im Sand und auch im Einstreu. Sie scharren sehr gerne und dabei nehmen sie keine Rücksicht, ob was aus dem Stall fliegt oder nicht. Das tägliches Staubsaugen wäre also absolute Pflicht. Man kann dem zwar mit Plexiglas-Platten etwas vorbeugen, jedoch sollte man darauf achten, dass die Frischluftzufuhr davon nicht beeinträchtigt wird. Als Einstreu ist feine Pinienrinde zu empfehlen. Pinienrinde staubt nicht und riecht äußerst angenehm.

Fazit zur Wachtelhaltung in der Wohnung

Tendenziell sind wir Menschen in vielen Dingen sehr eingefahren und voreingenommen. Bevor man eine Entscheidung fällt, sollte man sich mit den Dingen immer genauer beschäftigen und alle Pro & Contra gegeneinander abwägen. Wachteln in der Wohnung zu halten ist prinzipiell möglich. Schließlich halten sich Menschen ebenso Hasen, Ratten, Sittiche und Papageien in der Wohnung. Warum dann nicht auch Legewachteln? Meiner Meinung nach überwiegen jedoch die Nachteile für Mensch und Tier, so dass ich davon abrate. Neben den genannten Nachteilen sollte man nicht vergessen, das Wachteln sehr anfällig für Stress sind. Möglicherweise kommen sie bei einer Wohnungshaltung nicht ausreichend zur Ruhe, so dass sie einem quasi unter den Hand wegsterben können.