Wachteln im Winter halten | Tipps & Tricks

An sich sind Legewachteln sehr pflegeleichte Tiere. Sie legen viele Eier und brauchen nicht viel Platz. Hält man seine Wachteln im Freien, also in einer Voliere, einem Freigehege oder Außenstall, dann sollte man schon ab dem Spätherbst entsprechende Vorkehrungen für die kältere Jahreszeit treffen, damit die Wachteln unbeschadet den Winter überstehen. Wenn die Temperatur sinkt, fragen sich insbesondere die Neulinge unter den Wachtelhaltern, was sie mit den Wachteln im Winter machen sollen? In diesem Artikel werde ich euch hilfreiche Lösungen für die Wachtelhaltung in den Wintermonaten anbieten.

Wachteln im Winter halten

Doch beginnen wir zunächst mit ein paar Fakten über Wachteln:

  • Leider haben Wachteln nur eine kurze Lebensdauer (2 – 4 Jahre)
  • Wachteln neigen dazu, im Winter enger zusammenzurücken
  • Wachteln suchen Schutz in hohem Gras
  • Bietet man Wachteln Schutzkästen an, werden sie diese zum Schutz und als zusätzliche Wärmequelle nutzen
  • Wachteln sind einfallsreich und sie haben natürliche Schutzinstinkte

Wachteln haben nur eine kurze Lebensdauer. Also sollte man sich überlegen, ob die Haltung einer großen Herde Wachteln im Winter wirklich sinnvoll ist? Hält man sich Legewachteln hauptsächlich zur Eierproduktion, sollte man darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre einige Tiere im Herbst zu schlachten und den Wachtelstamm zu reduzieren. Das Fleisch der Wachtel ist wunderbar zart und wohlschmeckend. Geschmacklich erinnert es an Wild und Hähnchen.

Wachteln, die im Freiland in einer natürlichen Umgebung leben, produzieren vom Frühjahr bis zum Spätherbst Eier. Normalerweise ist es sinnvoll, wenn man nach dieser Zeit die gesamte Herde oder einen Großteil davon schlachtet (oder schlachten lässt). Natürlich ist das Schlachten von Wachteln für den Hobbyhalter kein sonderlich schönes Thema. Und dennoch gehört es dazu und es ist unvermeidlich, dass man sich früher oder später damit auseinandersetzen muss.  Eine Reduktion der Herde spart Futterkosten und ist einfach wirtschaftlich, da die Wachteln in den in den nächsten 4 – 5 Monaten keine Eier mehr legen werden.

Während dieser Zeit haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Sie halten ihren gesamten Stamm über den ganzen Winter.
  2. Sie schlachten alle Tiere vor dem Winter.
  3. Es wird nur ein Teil der Herde geschlachtet und Sie behalten einen kleinen Stamm.

Wenn Sie sich dazu entschließen, den gesamten Stamm den Winter über zu behalten, dann sind Vorbereitungen für die kalten und schneereichen Winter notwendig. Die Vorgehensweise richtet sich nach der Größe Ihrer Herde, der aktuellen Wachtelhaltung und den verfügbaren Gebäuden im Freien. In jedem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Außengebäude Zugang zum Stromnetz haben.

Wachteln im Winter im Freilandgehege

Wer seine Legewachteln in einem großen Freiluftgehege beherbergt, sollte seinen Tieren vor dem Winter zusätzliche Schutzkästen anbieten. Mit etwas Heu ausgepolstert sind die Schutzkästen eine gute Wärmequelle für die Wachteln. Falls nicht schon vorhanden, sollte man ihnen einen Verschlag bauen und die Wände und Dächer zusätzlich mit Planen oder Sperrholz abdecken, damit weder Schnee noch Nässe eindringen kann. Die Schutzkästen sollten so hoch sein, dass man zusätzlich ein Wärmelicht einbauen kann. Denken Sie an die Sicherheit und lassen Sie Elektroinstallationen nur von einem Elektriker ausführen!

Einen kleinen Wachtelbestand kann man natürlich einfacher durch den Winter bringen als einen Großen. Hat man beispielsweise nur einen Hahn und 5 – 6 Hennen, so kann man die Wachteln im Winter in einem warmen Stall oder eine Scheune unterbringen, sofern vorhanden natürlich. Wenn nicht, kann man sie zur Not auch übergangsweise in der Wohnung bzw. Haus halten. Allerdings verursachen Wachteln viel Staub und unangenehme Ammoniakgerüche. Das sollte man bedenken. Man kann sie in einem Stall (z.B. ein Hasenkäfig) unterbringen und diesen mit Schutzbauten ausstatten. Haben es die Wachteln schön warm und liegt die Temperatur über 13°, werden die Hennen weiterhin Eier produzieren. Denken Sie daran, zusätzliches Heu in die Behausung zu legen um die Wachteln ruhig und warm zu halten.

Haltung im Außenstall

Legewachteln legen auch im Winter Eier, sofern die Rahmenbedingungen passen. Wer seine Wachteln in einer Außenvoliere oder einem Wachtelstall im Freien untergebracht hat, sollte im Winter folgendes tun:

Eine konstante Wasserversorgung sicherstellen. Das Wasser sollte nicht gefrieren, dazu tauscht man es am besten regelmäßig aus oder bietet lässt ein Stück Holz im Wasser schwimmen. Durch die Bewegung gefriert das Wasser nicht so schnell. Ist der Stall elektrifiziert, benutzt man am besten einen Trankewärmer. Steht kein Wasser zur Verfügung, stellen die Eierproduktion sofort ein.

Für ausreichend proteinreiche Nahrung sorgen. Das Hauptfutter kann mit Mehlwürmern, gekochtem Hühnerei, Sojaschrot, Mohn, Sonnenblumenkernen und Leinsamen angereichert werden. Täglich frisches Obst & Gemüse sorgt für zusätzliche Vitamine.

Im Winter werden die Tage kürzer. Wachteln brauchen Sonnenlicht und man sollte ihnen den Tag mit einer künstlichen Lichtquelle verlängern. Ist der Stall elektrifiziert, reicht schon eine kleine Lampe mit schwachem Licht aus, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden ist. Ansonsten tut es auch eine batteriebetriebene Lampe.

Die Gitter sollten mit Plexiglas oder ähnlichem verschlossen werden, damit die Wachteln vor Zugluft geschützt sind. Zusätzlich kann man die Wände des Stalles mit Frostschutzvliesmatten isolieren und den Stall mit ausreichend Heu auspolstern.

Wärmelampe im Wachtelstall

Wachteln sind robuster als man denkt. Sofern die Innentemperatur nicht unter – 10° sind, vertragen Wachteln den Winter ganz gut. Ist der Stall gut isoliert, frei von Zugluft, warm und trocken, kommen sie wunderbar mit der Kälte zurecht. Wer es ganz gut meint, kann seinen Wachteln im Winter eine zusätzliche Wärmelampe in den Stall hängen. Allerdings sollte diese hoch genug hängen, damit das Einstreu / Heu nicht anfängt zu brennen. Eine Wärmelampe zu betreiben kostet aber auch Geld. Lässt man eine 100 Watt Wärmelampe durchgehende 24 an, verbraucht sie bei einem Kilowattpreis von 28 Cent Strom für etwa 0,67 Cent am Tag.