Wachteleier ausbrüten im Brutkasten

Es ist selten dass Japanische Legewachteln ihre Eier selber ausbrüten. Der Grund dafür ist plausibel: Der Bruttrieb wurde ihnen im Laufe der Zeit rausgezüchtet. Doch kein Problem, es gibt ja schließlich Brutautomaten! Wachteleier ausbrüten im Brutkasten (auch Inkubator oder Brutapparat genannt) ist wirklich ganz einfach. Auch wenn manche meinen eine Wissenschaft daraus zu machen. Im Prinzip ist es nicht anders als ein Hühnerei auszubrüten.Der einzige Unterschied ist, dass Wachteleier ausbrüten weniger Zeit in Anspruch nimmt.

Wachteleier ausbrüten in 18 Tagen

Legewachteln werden in 8 – 9 Wochen vom Ei zu einer Henne, die selber Eier legt. Das klingt ziemlich verrückt, oder? Die ersten 17 Tage werden die befruchtetet Wachteleier bebrütet und die Tage 18 und manchmal 19 werden mit Schlüpfen verbracht. Ähnlich wie Hühner halten sich Wachteln nicht unbedingt an den Kalender, so dass Wachtelküken bereits ab dem 16. und bis zum 20. Tag schlüpfen können. Sind Küken zu frühzeitig oder zu spät geschlüpft, kann es sein dass die Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Inkubator nicht korrekt war.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Brutkasten

Die Luftfeuchtigkeit stellt die größte Herausforderung beim Wachteleier ausbrüten im Brutkasten. Weniger ist oftmals mehr. In der Tat haben viele Wachtelzüchter großen Erfolg bei der Trockenbrut ihrer Wachteleier. Bei einer Feuchtbrut sollte man die ersten 15 Tage eine Luftfeuchtigkeit von 45 % anstreben und die letzten drei Tage auf 65 % erhöhen. Wachteleier bebrütet man bei einer ähnlichen Temperatur wie Hühnereier. Allerdings unterscheidet man zwischen einem Flächenbüter und einem Motorbrüter. In einem Motorbrüter sollte man die Temperatur auf 37,6° einstellen, wohingegen in einem Flächenbrüter die Temperatur (an der Eioberkante gemessen) 38,3° betragen sollte.

Wachteleier wenden

Ein Motorbrüter mit automatischer Wendung ist ein sehr praktisches Wachtelzubehör sowie eine lohnende Investition. Vor allem dann, wenn man regelmäßig Wachteleier ausbrüten und seinen Zuchtbestand erweitern will. Ansonsten müssen die Eier mindestens dreimal täglich von Hand gewendet werden, obwohl fünfmal besser ist. Am besten kennzeichnet man mit einem Bleistift eine Seite vom Ei mit einem X und die andere Seite mit O. So verliert man nicht den Überblick und sieht genau, welche Eier man gewendet hat und welche nicht.

Wachteleier schieren

Ab dem 7. Tag kann man anfangen die Wachteleier zu schieren. Dazu leuchtet man das Ei in einem abgedunkeltem Raum mit einer starken Taschenlampe aus und entfernt unbefruchtete oder abgestorbene Wachteleier aus dem Inkubator. Ich persönlich konnte nie etwas erkennen. Meine Methode ist, sie bis zum 15. Tag im Wender zu lassen und danach halte ich sie kurz ans Ohr, bevor ich sie in den Schlupfraum umsetze. Die Schalen sind sehr dünn und man kann oft hören oder fühlen, wie sich die Küken im Inneren bewegen. Auffallend ist auch, dass unbefruchtete Eier deutlich weniger wiegen als befruchtete Eier.

Der Schlupf der Wachtelküken

Wenn Wachtelküken schlüpfen, soll es so sein, als wenn man Popcorn in der Mikrowelle macht. Zuerst passiert nicht viel und dann geht es Schlag aus Schlag und plötzlich kommen alle auf einmal raus. Das hat eine gewisse Gültigkeit, ist aber nicht 100 %ig korrekt. Es ist wie mit uns Menschen: Die meisten kommen pünktlich, einige kommen zu früh und einige kommen zu spät. Die „Pünktlichen“ scheinen manchmal in Rekordtempo zu schlüpfen. Man schaut rein und nichts tut sich. Man schaut eine Stunde später rein und plötzlich laufen da ein Dutzend Wachtelküken herum. Nachdem alle Küken geschlüpft sind, sollten sie noch 24 Stunden im Brüter trocknen und sich vom Schlupf erholen.

Umsetzen in den Aufzuchtstall

Nachdem alle Küken vollständig getrocknet sind, setzt man sie in den sie vorbereiteten und vollständig durchgewärmten Aufzuchtstall um. Das kann beispielsweise ein mit Heu ausgelegter Karton sein. Obwohl sie am ersten Tag so zwergenhaft und zerbrechlich aussehen, wachsen sie unheimlich schnell.  Das Wachtelküken wird schon am Abend deutlich anders aussehen als Morgens.  Am Anfang sollte die Temperatur im Wachtelstall etwa 37 Grad betragen. Ab dem vierten Tag kann die Temperatur um 1° gesenkt werden.

Nahrung und Wasser

Wie bei allen Küken müssen Futter und Wasser jederzeit zur Verfügung stehen. Das Wasser sollte aus ausschließlich aus Stülptränken angeboten werden, um ein Ertrinken der Küken zu verhindern. Die kleinen Wachteln müssen mit einem proteinreichen Futter gefüttert werden, welches mit ihrem rasanten Wachstum Schritt halten kann. Gut geeignet ist ein Wachtelaufzuchtfutter oder Starterfutter für Wachtelküken mit 26 – 28 % Proteingehalt.