Obwohl Wachteln halten relativ einfach ist, fristet die Wachtelhaltung in Deutschland lediglich ein Nischendasein. Wachteln sind putzige und gesellige Vögelchen und es gibt viele gute Gründe, warum sich die Wachtelhaltung lohnt. Die hübschen Vögel sind schön anzuschauen und, was noch viel wichtiger ist, sie sind äußerst legefreudig. Japanische Legewachteln legen bis zu 230 Wachteleier im Jahr. Zwar sind die kleinen Wachteleier mit einem Gewicht von 10-12 Gramm beträchtlich kleiner als Hühnereier, dafür sind Dotteranteil höher und Geschmack intensiver. Nicht umsonst gelten gefüllte Wachteln und Wachteleier als Delikatesse unter Gourmets. Dazu sagt man Wachteleiern eine gesundheitserhaltende, ja sogar heilende Wirkung nach.

Wachteln halten für Anfänger

Wer mit dem Gedanken spielt sich Wachten anzuschaffen und keinerlei Erfahrung im Umgang mit der Wachtelhaltung hat, wird am Anfang ziemlich viele Fragen haben. Nun, halb so schlimm. Jeder fängt schließlich einmal an und uns ging es genauso vor einiger Zeit. Wir sind aus der Stadt aufs Land gezogen und haben ein großzügiges Grundstück, auf dem wir freilaufende Hühner halten und unser eigenes Obst & Gemüse anbauen. Es ist immer schön, wenn man sich selber versorgt und ein Stück weit unabhängiger von der Lebensmittelindustrie machen kann.

Nachdem das mit der Hühnerhaltung so toll geklappt hat und wir uns regelmäßig über frische Eier freuen konnten, fassten wir den Entschluss uns auch noch ein paar Wachteln anzuschaffen. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht am Anfang nicht viel Ahnung von Wachteln. Ich wusste lediglich, dass Wachteln ursprünglich kleine Wildvögel sind und dass sie leckere, gesprenkelte Eier legen. Also was macht man, wenn man was nicht weiß? Ganz genau, man fragt einfach Menschen, die es wissen. Also sammelte ich fleißig Informationen im Internet. Ich durchstöberte Blogs und schaute mir unzählige YouTube-Videos über Wachtelhaltung an. Und ich tauschte mich mit Menschen aus, die bereits Wachteln halten.

Grundsätzliche Fragen zur Wachtelhaltung

Wenn man Wachteln halten möchte, lautet wohl die erste Frage:“Darf ich das überhaupt?“ Dürfen tut man das schon. Eine Art Sachkundenachweis zur Wachtelhaltung ist für den Hobby-Halter nicht erforderlich. Allerdings muss man seine Wachteln in der Regel der Tierseuchenkasse und dem Veterinäramt melden. Da es hierzu keine einheitliche Regelung gibt und die Vorschriften von Bundesland zu Bundesland abweichen können, ruft man am besten bei seinem Landratsamt an und erkundigt sich. Die Anmeldung ist allerdings keine große Sache und in kurzer Zeit erledigt.

Die bürokratischen Hürden sind also kein Hindernis. Viel elementarer ist die Frage nach der Unterbringung? Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Wachtelhaltung. Ob im Käfig, einer Voliere, einem überdachten Freilaufgehege oder im Stall: jede Haltungsform hat spezifische Vor- und Nachteile. Auf die einzelnen Haltungsformen gehen wir in diesem Artikel näher ein. Theoretisch kann im Prinzip jeder ein paar Wachteln halten, der ein- oder zwei Quadratmeter freien Platz für sie im Garten hat. Als Wachtelhalter habe ich mir im Vorfeld natürlich sehr viele Gedanken über die artgerechte Haltung gemacht und festgestellt, dass es außer dem Tierschutzgesetz keine weiteren Haltungsverordnungen für Wachtelhalter gibt.

Wachteln halten lohnt sich

Wenn der Industrie kein Riegel vorgeschoben wird, macht sie sich das zu Nutzen. Es ist also kein Wunder, dass schätzungsweise 90 % des Wachtelfleischs und Wachteleier aus der Massentierhaltung stammt, wo die Wachteln in enge Käfige zusammengepfercht werden und dort ihr kärgliches Dasein fristen. Wir lehnen Fleisch aus Massentierhaltung grundsätzlich ab. Zum einen tun uns die Tiere leid, zum anderen wollen wir das auch nicht wirklich essen. Allerdings kann es sich auch kaum einer leisten ausschließlich, Bio-Produkte zu kaufen. Also bauen wir vieles selber an und Wachteln und Hühner sind ausgezeichnete Fleisch- und Eierlieferanten, was uns zu ein zunehmend autarkes Leben ermöglicht.

Die Wachtelhaltung lohnt sich für uns auch in einer anderen Hinsicht. Vom ersten Tag an haben wir uns in diese putzigen Tierchen verliebt! Die Wachteln erden mich und bringen mich zur Ruhe. Beispielsweise dann, wenn ich nach einem hektischen Arbeitstag nach Hause komme und mich vor die Voliere setze, sie versorge und beobachte. Hektik ist bei Wachteln absolut fehl am Platz. Wie dem auch sei, ihr habt bestimmt selber ausreichend gute Gründe, warum ihr euch für die Wachtelhaltung interessiert. Hier auf meinem Blog möchte ich euch meine Erfahrungen zu Teil werden lassen und bestimmt ist der eine oder andere nützliche Tipp dabei.